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Lokalreportage - im wahrsten Sinne des Wortes!Quelle: Nahe-Zeitung vom 6./ 7. Dezember 1997 Die Kneipe trägt das DorfgemeinschaftshausBis Ende der 60er Jahre gab es das Gasthaus Adam, "die Dorfwirtschaft" wie Bürgermeister Otmar Glöckner sagt. Als das Lokal schloss, waren sich die Wickenrodter alle einig: Es musste schnellstens eine Ersatz, zumindest ein Dorfgemeinschaftshaus, her. Das Gebäude - die alte Schule - stand ab 1968 zur Verfügung, weil die Kinder von da an nach Herrstein zum Unterricht gingen. Eine provisorische Küche wurde eingebaut, und das war's vorerst. 1984 nahm die Dorfgemeinschaft endlich umfangreiche Umbaumaßnahmen in Angriff: Sie versetzte Wände, richtete einen Saal sowie eine richtige Küche ein und den Kneipenraum. "Die Idee war", so Glöckner, "durch einen Gaststättenbetrieb der in Eigenregie gemanagt wird, die Kosten für das Gebäude tragen zu können."
Nachdem 1985 ein Zehn-Jahres-Vertrag mit der Kirner Brauerei unter Dach und Fach war, konnte es losgehen. Leute, die Dienst hinter der Theke machen wollten, waren schnell gefunden. "30 bis 40", schätzt Glöckner, "sind auch heute noch im Team." Drei bis vier von ihnen arbeiten jeweils einen Monat lang in der Kneipe. "Durch das wechselnde Personal gibt es dauernd Veränderungen", freut sich der Bürgermeister. Jene, die den größten Teil des Abends hinter der Theke verbringen, bringen öfter neue Gäste aus den anderen Ortschaften mit, und auch auf der Getränkekarte ist immer wieder mal Abwechslung angesagt je nach den Vorlieben der Diensttuenden. Geöffnet ist mittwochs, freitags und sonntags. Während sich in der Wochenmitte und an den Freitagabenden vor allem junge Leute in der Kneipe treffen, sind beim Sonntagsfrühschoppen "die Veteranen" an der Reihe; "dann wird die Weltpolitik noch mal durchgenommen", schmunzelt Glöckner. Das bleibt hängen Gewinn für die Gemeinde"Etwa 10.000 bis 12.000 Mark bleiben jährlich hängen", so Bürgermeister Otmar Glöckner, der eigentlich Bankkaufmann ist und bei der finanziellen Abwicklung Regie führt. Von dem Geld gehen allerdings noch Miete, Strom und Heizung ab. Mit der restlichen Summe kann das Haus aber locker instandgehalten werden. "Von Zeit zu Zeit sind sogar Modernisierungen drin, die die Gemeindekasse nicht belasten", freut sich Glöckner.
WÖRTLICH Eine wichtige Anlaufstelle für jung und alt Während viele Gastwirte darüber klagen, dass die Menschen ihre Abende immer häufiger mit Flaschenbier vorm Fernseher verbringen, sind die Wickenrodter mit ihrem Kneipenumsatz sehr zufrieden. "Natürlich ist bei uns niemand auf Gewinn angewiesen", so Bürgermeister Otmar Glöckner. Ein Vorteil sei sicher auch der Umstand, dass nicht jeden Abend geöffnet ist - "sonst wäre es ja nichts besonderes mehr". Und noch ein Pluspunkt: Bei den Getränkepreisen orientiert man sich an den günstigsten Dorfkneipen. Die sollen bewusst nicht unterboten werden (Glöckner: "Wir wollen niemandem Konkurrenz machen") aber mit einem Preis von 2,40 Mark für ein Glas Pils kommt man den Gästen natürlichen entgegen.
Öffnungszeiten |
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